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Tagestour zur Blutkuppe
Morgens, nach dem Frühstück, Start in den Namib-Naukluft Park. Oft sieht man
schon Wild auf dem Farmgebiet, mit etwas Glück auch die Wüstengiraffen. Die
ersten Köcherbäume stehen neben der Straße. Sie blühen nach
einer guten Regenzeit im Mai/Juni. Wir fahren auf einer Sandstrecke, die über die
weite Tinkasfläche führt . Nur vereinzelt sieht man einen Baum, oft in der Krone
ein Geiernest. Weit entfernt, ca. 80 km, können wir die Berge des Erongo-Gebirges
sehen. Nach etwa 30 km Fahrt erreichen wir eine Schlucht, sehen Felsengewirr, und die
Vegetation nimmt zu. Sogar der plumpe Elefantenfußbaum kommt vor (eigentliche
Heimat: Kaokofeld/Damaraland). Der Canyon endet und wir erreichen den großen
Tinkas-Damm, wunderbar der Landschaft angepaßt. Ab dem Tinkas-Damm wird die
Landschaft vielseitiger. In der gesamten Gegend hat sich vor Millionen von Jahren der
Granit zwischen den Glimmerschiefer gezwängt und formt eine Landschaft mit
Felsbändern und märchenhaften Felsformationen. Durch diese bizarre
Landschaft, durch tiefen Sand kommen wir zum Bogenfelsen. Die wohlverdiente Mittagspause
machen wir in einer schattigen Halbhöhle. Danach geht es durch das teilweise sandige
Flußbett zum alten Unterstand der früheren Schutztruppenwachen, gut erhalten
mit seinen Schießscharten. Die Soldaten mußten den alten Ochsenwagenpfad
(Baai Weg) in der Wüste bewachen. Weiter fahren wir zu den "Käseklippen",
einer Granitformation mit vielen Löchern und Höhlen. Die Ähnlichkeit mit
einem Schweizer Käse läßt sich nicht leugnen. An der Blutkuppe - dieser
Berg leuchtet bei Sonnenauf- und Untergang blutrot - haben wir dann Kaffeepause. Wer
sich etwas Bewegung machen möchte, hat hier Gelegenheit zum Klettern oder einem
kurzen Spaziergang. Über verschiedene Wasserstellen mit Wildbeobachtungen
führt unser Weg zurück nach Niedersachsen.
Nach dem Frühstück starten wir in den Namib-Naukluft-Park. Wir durchqueren
weite Ebenen mit Rivieren (Trockenflüssen). Hier und da treffen wir auf
Kameldornbäume und in der Ferne sind Bergketten zu sehen. An einer Stelle in
dieser flachen Landschaft gräbt das Wasser der Regenzeiten einen neuen Canyon.
Wie der geringe Regenfall im Laufe der Jahrmillionen sich in den Untergrund einfressen
und dadurch die Landschaft verändern kann, ist ein besonderer Anblick. Die Fahrt
führt uns zu einer ehemaligen Flußterasse, von der aus wir in die tiefen
Schluchten des Kuiseb Canyons schauen. Hier sind wir in der Landschaft, in der die zwei
deutschen Geologen. Dr. Martin und Dr. Korn, nach ihrer Flucht aus Windhoek zuerst
lebten. Eine kurze Wanderung von ca. 20 Minuten und wir erreichen die erste
Wohnstätte der beiden unter einem großen Felsüberhang. Besonders
sehenswert: der Torbogen, durch den heute noch die Zebraherden ziehen. Wir wandern
zum Wagen zurück und fahren den kurvenreichen und steilen Paß zur
Kuiseb-Brücke hinauf. Unter großen Anna-Bäumen machen wir Rast.
Danach geht es quer über die Zebrapan (Zebra-Pfanne). Wir sehen die alten
Kupferminen aus dem 19. Jahrhundert, und Homeb, eine kleine Siedlung im
Kuiseb-Fluß. Unter schattigen Anna- und Kameldornbäumen machen wir
Mittagspause und genießen den Ausblick: auf der einen Seite des Kuisebs die
Steinwüste mit riesigen, kahlen Flächen, in der Mitte das grüne
Flußbett und nach Süden die roten Dünen der Namib. Weiter führt
unsere Fahrt zum Granit-Inselberg Mirabib zum Kaffeetrinken. An der
Wasserstelle Ganab, beobachtet man oft Bergzebras, Oryx, Springböcke und Strauße.
Nach diesem erlebnisreichen Tag erreichen wir Niedersachsen zu Abendessen.
Barbara und Klaus Ahlert |