NAPHA
Namibia Professional Hunting Association
Namibia Berufsjagdverband
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Windhoek --- NAMIBIA
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Vorderlader und Schwarzer Rauch

FAKTEN ZUM UMGANG MIT VORDERLADERN


Die Geschichte aller Schießsportarten hat mit Schwarzpulver und Vorderladern begonnen. Wer es war, der das Schwarzpulver entdeckt hat - oder genauer gesagt, welchem Land die Entdeckung zugeschrieben werden kann - ist immer noch nicht eindeutig geklärt mit großen Wahrscheinlichkeit China.
Schwarzpulver oder Pyrodex dient bei Vorderlader-Schusswaffen als Treibladung. Rauchloses Pulver darf bei Vorderladern NICHT als Ersatz verwendet werden. Die Zusammensetzung von Schwarzpulver ist seit mehr als zwei Jahrhunderten so gut wie gleich geblieben. Es ist eine Mischung aus 75 Teilen Kaliumnitrat, 15 Teilen Holzkohle und 10 Teilen Schwefel. Pyrodex hingegen ist ein Produkt des 20. Jahrhunderts. Es weist die Qualitäten, aber nicht alle Probleme des Schwarzpulvers auf. Die Laufseele wird von Pyrodex weniger verschmutzt als von Schwarzpulver. Allerdings wirkt Pyrodex dann am besten, wenn der Lauf genügend vorbereitet ist - das heißt, sobald drei bis fünf Schüsse zum Aufwärmen abgegeben worden sind.

Es gibt moderne 'In-line'-Vorderlader, die den zeitgenössischen Jagdgewehren ähnlich sind, und es gibt die verschiedenen traditionellen Gewehre zum freihändigen Schießen. Sie sind Nachahmungen der typischen Schusswaffen, die vor 1840 allgemein gebräuchlich waren. Mit einem Vorderlader kann dasselbe Schussbild und dieselbe Ballistik erzielt werden wie mit einem modernen Schrotgewehr.

Immer mehr Sportschützen wenden sich Schwarzpulver-Waffen zu, um ihre Möglichkeiten bei der Jagd zu erweitern und ihre Geschicklichkeit als Jäger zu verfeinern. Da der Zielabstand bei Vorderladern begrenzt ist, sehen Sportschützen die Jagd mit Schwarzpulver als eine faszinierende Art und Weise, die eigenen Fähigkeiten zu erproben. Mit der richtigen Waffe und der richtigen Ladung kann praktisch jedes Wild erlegt werden.

Im Folgenden werden die grundsätzlichen Richtlinien und Bestimmungen aufgeführt, die in Namibia bei der Jagd mit einem Vorderlader zu beachten und zu befolgen sind. Und bevor der Spaß losgeht, sind da noch einige Regeln, die beim Umgang mit Schwarzpulver und einem Vorderlader unbedingt berücksichtigt werden müssen:
  • Lesen Sie die Gebrauchsanleitung zu Ihrem Vorderlader und vergewissern Sie sich, dass sie alles verstehen. Falls Ihnen beim Kauf der Waffe keine Gebrauchsanleitung mitgegeben wurde, fordern Sie beim Hersteller eine an.
  • Lassen Sie sich von jemandem mit Erfahrung beraten oder anleiten. Ein örtlicher Schützenverein sollte Ihnen helfen können.
  • Tragen Sie immer Ohrenschützer und eine unzerbrechliche Jagdbrille. Wenn Gewehre mit Zündhütchen (Pyrodex) oder Steinschloss (Schwarzpulver) abgefeuert werden, können Funken sprühen und Stückchen von Zündkapseln oder Flint umherfliegen.
  • Benutzen Sie AUSSCHLIESSLICH Schwarzpulver oder Pyrodex.
  • Bei einem Versager oder wenn sich ein Schuss nicht gelöst hat, verhalten Sie sich immer so, als ob der Schuss jederzeit losgehen könnte. Halten Sie die Waffe weiterhin aufs Ziel gerichtet und lassen Sie mindestens eine Minute verstreichen.
  • Gehen Sie mit einem Vorderlader mit dem gleichen Respekt um, der allen Schusswaffen gebührt.
  • Bevor Sie feuern, vergewissern Sie sich, dass alle Personen Ihrer Jagdgruppe wirklich hinter Ihnen stehen. Flammen und kleine Stücke von Zündkapseln oder Flint treten manchmal seitwärts aus der Waffe aus. Es gehört beim Schießen zum guten Ton, Umstehenden Bescheid zu geben, dass man drauf und dran ist, ein Steinschlossgewehr abzufeuern.
Es gibt auch wichtige Verbotsregeln, die man unter keinen Umständen missachten darf:
  • Feuern Sie nie einen Vorderlader ab, wenn die Kugel nicht fest an der Pulverladung sitzt. Wenn ein Vorderlader abgefeuert wird, obwohl die Kugel nicht am Pulver sitzt oder ein Stück weit im Lauf steckt, kann eine grobe Beschädigung der Waffe und möglicherweise eine ernstliche Verletzung des Schützen die Folge sein.
  • Überschreiten Sie nie die Pulvermenge, die vom Hersteller als maximale Ladung empfohlen wird. Die Ladung für einen Vorderlader muss stimmen, damit die Leistungsfähigkeit erzielt wird, die eine gleichmäßige Zündung und Mündungsgeschwindigkeit garantiert. Der Kammerdruck bleibt dabei deutlich unter dem maximal zulässigen Sicherheitsniveau.
  • Verwenden Sie in einem Vorderlader niemals Schwarzpulver der Sorte FFFFg als Ladung. Die einzige sichere Anwendung von feinem Zündpulver ist zur Vorbereitung der Pfanne auf einem Steinschloss. Feines Pulver erzeugt derart übermäßigen Druck, das der Gewehrlauf zerbersten kann.
  • Beugen Sie sich nie über die Mündung und stellen Sie sich nie vor den Lauf Ihrer Waffe.
  • Versuchen Sie nie, ein Projektil, das nicht fest neben der Pulverladung sitzt, aus dem Lauf herauszuschießen. Falls ein Geschoss zu lose sitzt, sollten Kugel und Ladung entfernt werden. Dazu füllen Sie zunächst etwas Laufreiniger durch den Nippel oder das Schraubloch, das zum Reinigen vorgesehen ist. Der Reiniger muss gut in das Pulver einziehen. Dann drehen Sie einen Kugelzieher in die Kugel. Sobald der Kugelzieher richtig gefasst hat, kann die Kugel aus dem Lauf gezogen und danach das Pulver ausgeleert werden.
  • Beim Laden, Schießen und beim Hantieren mit Schwarzpulver verzichten Sie bitte grundsätzlich auf das Rauchen. Befolgen Sie immer die Sicherheitshinweise, die der Hersteller auf dem Pulverbehälter gibt. Schon ein einziger kleiner Funke kann zum Verhängnis werden.
  • Alkohol und schießen gehören definitiv nicht zusammen. Wenn Sie etwas Alkoholisches trinken möchten, halten Sie sich bitte von Ihren Waffen fern.
  • Füllen Sie eine Pulverladung nicht direkt von einem Horn oder aus einer Flasche ein. Falls ein glühender Holzscheit in der Nähe sein sollte, kann sich das Pulver entzünden - das Pulver in dem größeren Behälter ebenso wie die Ladung, die in den Lauf gefüllt wird. Bei solch einer beträchtlichen Menge an Schwarzpulver kann es zu einer schweren Explosion kommen, durch die Sie und andere Personen im Umkreis ernste Verletzungen erleiden könnten. Gehen Sie auf Nummer sicher und verwenden Sie ein Pulvermaß oder einen anderen kleinen Messbehälter.
  • Pusten Sie niemals in den Lauf! Die Unsitte, zwischen zwei Schüssen in den Lauf zu pusten, kann eine Stichflamme hervorrufen, die Ihnen die Lippen versengt.
LAGERUNG
Nur Personen, die über eine gültige Schusswaffenlizenz verfügen - ausgestellt gemäß Waffen- und Munitionsgesetz von 1969 (Parlamentsakte 75 von 1969) - dürfen pro Waffenlizenz, die sie besitzen, 600 Gramm Treibladung in Form von Nitrozellulose in ihrer Wohnung vorrätig haben. Die Treibladung darf nur zum Privatgebrauch und nur zum Nachladen von Patronen für kleine Waffen benutzt werden, sie darf nicht verkauft und zu keinem anderen Zweck verwendet werden. Die Gesamtmenge der Nitrozellulose-Treibladung darf zu keinem Zeitpunkt mehr als 2.400 Gramm betragen. In dieser Menge inbegriffen ist Schwarzpulver, das für sich allein gemessen höchstens 1.000 Gramm ausmachen darf.

GENEHMIGUNGEN UND TRANSPORT
Der Transport von Schwarzpulver durch Privatpersonen, die keine entsprechende Genehmigung vorlegen können, ist nicht gestattet und zudem ÄUSSERST GEFÄHRLICH. Schwarzpulver ist sehr leicht entflammbar!
Bevor ein Kunde zu seinem Jagdziel aufbricht, muss der Jagdführer, der ihn begleitet, eine Genehmigung (ACQUISITION, CONVEYANCE AND STORAGE OF GUNPOWDER PERMIT) für den Gast beantragen, die zum KAUF, zur BEFÖRDERUNG UND LAGERUNG VON SCHWARZPULVER berechtigt. Der Antrag wird beim Büro des Chefinspektors für Explosivstoffe eingereicht. Die Genehmigung wird innerhalb von 24 Stunden ausgestellt. Die Gültigkeitsdauer ist auf den in der Genehmigung vermerkten Zeitraum begrenzt.
Das Antragsformular ist bei jedem Waffenhändler und beim NAPHA-Büro erhältlich. Das Formular muss folgende Angaben enthalten:
  • Name und Anschrift des Berufsjägers und des Kunden.
  • Die Schwarzpulvermenge, die der Kunde zu kaufen wünscht. Die maximal zulässige Menge ist 1 kg.
  • Fabrikat und Seriennummer der Schusswaffe.
  • An- und Abreisedaten.
  • Eine Kopie des Ausweises des Berufsjägers.
  • Eine Kopie des Reisepasses und der Schusswaffenlizenz des Kunden.
AUFBEWAHRUNG
Laut Gesetz muss Schwarzpulver entweder im Safe oder in einem verschließbaren Stahlkabinett aufbewahrt werden. Es darf zusammen mit anderen Treibladungen gelagert werden. Der Behälter muss gut verschlossen sein, damit das Schwarzpulver nicht feucht wird. Da Schwarzpulver sehr flüchtig ist, muss besonders darauf geachtet werden, dass es nicht verunreinigt wird.

VERFÜGBARKEIT UND ENTSORGUNG VON SCHWARZPULVER IN NAMIBIA
Leider ist zur Zeit kein Schwarzpulver in Namibia erhältlich. Wir informieren Sie auf dieser Site, wenn sich das wieder geändert hat.

BESTIMMUNGEN DES MINISTERIUMS FÜR UMWELT UND TOURISMUS (Ministry for Environment and Tourism, MET) ÜBER DIE JAGD MIT DEM VORDERLADER
In der Naturschutzverordnung von 1975 (Nr.4 von 1975) heißt es im Abschnitt 'Beschränkungen in Bezug auf Schusswaffen und Fanggeräte':
42. (1) Revolver, Pistolen und automatische Schusswaffen sind bei der Jagd auf Wild nicht gestattet. Schusswaffen, bei denen die Mündungsgeschwindigkeit des Geschosses niedriger ist als unten angegeben, sind bei der Jagd auf die folgenden Wildarten ebenfalls nicht zulässig:
  1. 5.400 joules: Büffel
  2. 2.700 joules: Eland, Kudu, Oryx, Gnu, Kuhantilope, alle exotischen Wildarten
  3. 1.350 joules: Springbock, Ducker
Dieser Abschnitt schreibt eine Mindestmündungsgeschwindigkeit für verschiedene Wildarten vor. Größere Kaliber mit höherer Mündungsgeschwindigkeit sind erlaubt.

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